Religion

Donnerstag, 12. Februar 2009

Rückkehr ins Leopoldschtetl

Immer mehr orthodoxe Juden leben wieder in Wien. Im zweiten Bezirk finden sie ihre neue alte Heimat

Reportage: Joseph Gepp

Einmal, erzählt Sender Garber, sei er im Dianabad gewesen und drei Wiener hätten sich neben ihn gesetzt, "die sind ganz sicher von hier gewesen".

Wenn Garber "hier" sagt, dann meint er nicht Wien und nicht Österreich, er meint das kleine Leopoldstädter Karmeliterviertel, drei Handvoll Gassen rund um eine barocke Kirche und einen Marktplatz.

Die Wiener seien also von hier gewesen und hätten sich über Juden in Wien unterhalten, wie viele von ihnen denn in der Stadt leben würden. 50.000, schätzte einer. Und ein Zweiter entgegnete: "Blödsinn. Sicher 100.000 oder mehr. Und 80.000 davon in der Leopoldstadt".

Garber lacht. In Wiens kleiner jüdischer Gemeinde rangiert seine Beobachtung jetzt unter den gerne erzählten Anekdoten.

2007 lebten laut Zählungen 7014 Juden in Wien. Rund 3000 davon sind Orthodoxe. Aus ihren schwarzen Mänteln und Hüten müssen die drei Wiener geschlossen haben, dass es nicht weniger als 100.000 Juden in der Stadt geben müsste.

7014 Personen, das ist viel im Vergleich etwa zu 1999, da waren es gerade 5000, eine Steigerung um rund ein Drittel. Und es ist fast nichts im Vergleich zu vor 1938. Da lebten rund 150.000 Juden in Wien.

Das jüdische Leben kehrt zurück in die Stadt, langsam, nur als blasser Schatten alter Zeiten. Aber stetig. Wer in die Leopoldstadt kommt, kann das sehen.

Dort formen orthodoxe Juden einen Mikrokosmos, ein Dörfchen mit 3000 Seelen. Religion ist ihr Full-Time-Job. Koschere Ernährung bedingt eigene Geschäfte, religiöses Leben bedingt Versammlungsorte und Synagogen. Weil ihnen der Glaube Autos und öffentliche Verkehrsmittelnam samstäglichen Sabbat untersagt, siedeln die Orthodoxen beieinander, unter ihresgleichen, nahe ihren Bethäusern, ihren Geschäften. Sie kennen einander. "Die beiden da", sagt Garber und zeigt aus seinem Van auf ein orthodoxes Paar auf der Straße, "das sind Gäste aus Amerika."

New Age aus dem Autoradio

Sender Garber - er ist 36, aus seinem Autoradio klingen New-Age-Panflötenklänge, er trägt eine schwarze Jacke und eine Sportkappe, die er nur an Feiertagen durch den traditionellen orthodoxen Hut ersetzt - führt heute durch Wien, das Dörfchen des orthodoxen Judentums.

Er öffnet die Türen zu Geschäften, er plaudert mit koscheren Fleischhauerinnen, Bäckern und Restaurantbesitzern. Er führt durch Synagogen, in denen Orthodoxe in kakophonem Singsang Gebete rezitieren, auf Hebräisch mit persischem oder zentralasiatischem oder ungarischem Akzent.

Allein im zweiten Bezirk liegen acht solcher Bethäuser. Es sind kleine Säle hinter Gründerzeitfassaden, ausstaffiert mit vielen Laufmetern Büchern. Jede orthodoxe Gruppe - sie heißen etwa Chassidim oder Chabadniks, Grusinen oder Bucharen - betreibt ein solches Bethaus. Dort feiern sie nicht nur den Gottesdienst, dort treffen sie sich, zum Plaudern oder Studieren.

Filterkaffee in der Synagoge


Sender Garber betritt eine chassidische Synagoge in der Großen Schiffgasse. Breitkrempige Hüte liegen auf Regalen, in einer Küchenecke dampft Filterkaffee. Zwischen den Betstunden steht das hölzerne Pult des Vorlesers verwaist da. Im Keller gibt es ein Tauchbad, einen Swimmingpool, in dem Frauen nach der Menstruation und Männer vor dem Gebet rituell baden.

Dort plantscht gerade ein Orthodoxer im Wasser und trällert dabei ein Lied. Oben sitzen Junge vor den Büchern und studieren den Talmud, die Auslegung der jüdischen Bibel. Dabei bewegen sie gedankenverloren die Lippen und wiegen den Kopf.


juden_synagoge
Foto von Heribert Corn


Das Leben von Sender Garber ist typisch für einen Wiener Orthodoxen. Er kam 2002 her, ist Russe, aus Moskau. Garber stammt aus einer nichtreligiösen Familie, mit 13 entdeckte er den Glauben für sich. Nach dem Fall des Kommunismus ging er nach Israel, ließ sich bei Tel Aviv zum Rabbi ausbilden. Dann spülte es ihn nach Wien, fast zufällig, denn hier war gerade ein Job als Lehrer in einem Kulturzentrum frei.

Nach 1945 lebten nur etwa 1000 Juden in Wien. Wer zuzog, kam oft zufällig und blieb nur, weil er nicht anders konnte. Einige verirrten sich zu Kriegsende 1945 aus Flüchtlings- und Konzentrationslagern nach Wien. Andere flohen vor den Sowjets aus Ungarn. Wieder andere erhielten im Kalten Krieg eine der raren Ausreisebewilligungen aus der Sowjetunion und warteten in Wien so lange auf die Green Card für die USA, bis das Wartezimmer zum Aufenthaltsort geworden war. "Das Wiener Judentum ist vielfältig", sagt Paul Eisenberg, Oberrabbiner von Wien. "Das liegt daran, dass die Menschen nach dem Krieg aus allen Himmelsrichtungen hierher kamen."

Ein Dörfchen wacht wieder auf


So erstand die jüdische Leopoldstadt wieder. Sie erstreckt sich entlang des Donaukanals und hinter dem Karmeliterviertel bis etwa zu Augarten und Volkertmarkt. Es gibt hier Menschen, die einander unterstützen oder nicht leiden können. Es gibt Holocaustopfer und solche, die Hitler nur aus Lehrbüchern kennen, weil sie etwa aus Zentralasien gekommen sind. Es gibt respektierte Rabbis und Außenseiter wie den jüdischen Antisemiten Mosche Friedmann. Es gibt divergierende Grüppchen und Weltanschauungen.

Das kommt nicht nur daher, dass Juden nach 1945 derart zufällig in Wien strandeten. Das hat auch Ursachen, die im Wesen des Judentums selbst liegen: Im Gegensatz zum Katholizismus kennt es keine oberste Instanz wie den Papst. Wer Jude ist, bestimmt die Abstammung. Und wer sich als orthodoxer Jude definiert, befolgt die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, in Wien wie überall sonst auf der Welt. In Sachen Bekleidung etwa schreibt die Halacha dem gläubigen Juden nur vier Dinge vor: Er muss Bart, Schläfenlöckchen, Kopfbedeckung und Zizit tragen, jene weißen Bändchen am Hosenbund, die an die Vielzahl der jüdischen Gesetze gemahnen sollen.

Innerhalb dieses Halacha-Bogens ist ein orthodoxer Jude relativ frei. Die Mäntel oder pelzumrandeten Hüte etwa schreibt nicht der Glaube vor, sie sind lediglich Tradition und Hinweis auf die Herkunft des Gläubigen. Würde er stattdessen ein rosa Hemd tragen, er wäre trotzdem orthodox.

Weil Judentum mangels oberster Instanz also verschieden interpretiert werden kann, haben viele charismatische Rabbis ihrer Religion breite Stempel aufgedrückt: Ihre Weisheiten und Erzählungen haben sich unter ihren Jüngern zu Weltsichten verdichtet, die lange nach dem Tod des Vorbilds noch propagiert und gelebt werden. So entstanden Strömungen, die mehr oder weniger vom jüdischen Mainstream abweichten.

Das ist der wichtigste Grund für die Vielfalt der jüdischen Gemeinde. Um sie voll zu sehen, ist das jüdische Wien allerdings zu klein. Dafür muss man nach Israel.

Dort bezeichnen sich rund 20 Prozent der Einwohner als orthodox. Unter ihnen findet man etwa welche, die die Existenz ihres Staates nicht anerkennen wollen, solange der Messias nicht wiedergekehrt ist. Andere huldigen ihrem Gott in spontaner Innerlichkeit - und wieder andere befolgen jedes religiöse Gesetz auf Punkt und Beistrich. Es gibt eine Gruppe, die vorrangig das Ziel verfolgt, das Judentum mit Errungenschaften moderner Technik von Glühbirne bis zu künstlicher Befruchtung zu versöhnen. Es gibt Juden, die ihren Messias durch Ekstase herbeibeschwören wollen. Sie tanzen mit E-Gitarren und fahren mit dröhnenden Disco-Trucks durch die Straßen Jerusalems. Manch säkularer Israeli witzelt dann, unter ihren Mänteln würden sie Ecstasy-Pillen verkaufen.

In Wien finden sich all diese Bewegungen nur in Ansätzen. Von der ekstatischen Gruppe - die Bratslaver Juden - lebt in Wien exakt ein Repräsentant. Jene, die Freude und Innerlichkeit propagieren - die Chassidim - stellen in Wien rund 300 Vertreter. Ebenso viele gelten als betont technikgläubig, und nochmals rund 300 definieren sich als betont zionistisch.


juden_supermarkt
Foto von Heribert Corn


"Die Interessen der Gruppen gehen auseinander", sagt Oberrabbiner Eisenberg. "Bei uns geht jeder Jude seinen Weg." Seine Eltern flohen 1956 aus Ungarn. Der Rabbi, 58, sitzt am Rabbinat in der Seitenstettengasse und erklärt voller Hingabe, mit ausladenden Gesten, die Grundlagen seiner Religion.

Als Oberrabbiner sei er für den Zusammenhalt seiner Gemeinde verantwortlich, sagt er. "Ein Oberrabbiner muss mit allen können. Er darf kein Fundi sein. Aber auch die Orthodoxen müssen ihn anerkennen."

Einmal für Milch, einmal für Fleisch

Dabei funktioniert der Zusammenhalt in Wien noch vergleichsweise problemlos. Im New Yorker Brooklyn etwa, wo fast so viele Juden wie in Jerusalem leben, prallen die Gegensätze weitaus heftiger aufeinander. Wien dagegen, erklärt Levi Sternglanz von der Chabad-Bewegung, sei eine kleine Gemeinde. "Es gibt keine großen Polemiken und wenige polarisierende Personen - im Gegenteil, wir arbeiten zusammen. Zwischen den Strömungen entstehen Synergien. Ideologische Spannungen finden auf anderen Bühnen als in Wien statt."

Ein paar hundert Chabadniks, wie Levi Sternglanz, leben in Wien. Sie berufen sich auf einen weißrussischen Rabbi des 18. Jahrhunderts. Ihre Bräuche unterscheiden sich etwas von jenen anderer Orthodoxer. Ihr Schwerpunkt ist die Bildungsarbeit - und mancher Nicht-Chabadnik klagt gerne, dass sie allzu viel Mühe in die Bekehrung säkularer Juden zur Orthodoxie stecken würden.

Wie Sender Garber lebt und arbeitet Levi Sternglanz in der Leopoldstadt. Er gibt eine orthodoxe Zeitung heraus und wohnt mit Frau und fünf Kindern in der Großen Schiffgasse. Am Türschild steht sein Name auf Hebräisch, an den Türstöcken der Zimmer kleben Mesusot, Pergamentröllchen mit Thorazitaten. In der Küche zeigt Sternglanz, 32, auf zwei Kochzeilen, zwei Herdplatten und Abwaschbecken, einmal für Milch, einmal für Fleisch. In der Speisekammer stehen Humus und Orangensaft, vieles aus Israel, alles koscher. "Wenn ich als Jude in Wien lebe, bietet die Leopoldstadt das ideale Umfeld, um die orthodoxen Regeln zu befolgen", sagt er.

Im Hof des Hauses, in dem weitere jüdische Familien leben, stehen zwei bambusgedeckte Hütten aus Spanplatten. Dort feiern die Orthodoxen das Laubhüttenfest im Herbst, um des biblischen Auszugs aus Ägypten zu gedenken.

Die Juden der Leopoldstadt arbeiten weitgehend in Einrichtungen, die sie sich für ihre Zwecke geschaffen haben, als Verkäufer oder Betreuer in Kulturzentren. Ihre Lebensweise und ihre Erfahrungen haben zu Abschottungstendenzen geführt.

"Nur wenige Juden überlebten in Wien den Krieg", sagt Tirza Lemberger vom Institut für Judaistik der Universität Wien. "Und noch weniger kamen zurück." Lemberger, selbst Jüdin, zog in den 80er-Jahren nach Wien. "Die Stadt war nach dem Krieg zu einer Durchgangsstation für Überlebende aus Osteuropa geworden. Aber wie immer bei Fluchtwellen sind einige geblieben. Die Leute brachten aus Osteuropa ihre Bräuche mit - und damit Vielfalt in die Gemeinde."

Später kamen Iraner, Georgier, Zentralasiaten. Alle zusammen schufen das Dörfchen Leopoldstadt. Erst in den 90ern war es groß genug, dass die jüdische Infrastruktur entstand, die das Viertel heute prägt. Die Orthodoxen brachten aus ihren Ländern Traditionen mit. Sender Garber zum Beispiel ist chassidisch. Er spricht mit den Eltern russisch, mit seiner Frau und den vier Kindern jiddisch, in der Synagoge hebräisch und auf der Straße deutsch.

"Der Kern des Judentums?", wiederholt er, während er seinen Van über die Heinestraße in Richtung seiner Wohnung lenkt. "Der Mensch hat zwei Naturen. Einerseits isst, trinkt und lacht er. Andererseits will er den Sinn von Dingen ergründen, er zweifelt und denkt nach." Und: "Wir Juden, wir machen einfach beides: Wir essen, trinken, lachen. Aber wir unterlegen das alles mit einem geistigen Grund."

"Das Judentum trennt nicht zwischen profan und heilig", sagt Levi Sternglanz etwas abstrakter. "Jede profane Tätigkeit kann heilig werden, wenn sie mit spiritueller Absicht ausgeführt wird."

Darin sind die beiden sich jedenfalls einig.


Erschienen im Falter 7/09

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Kühe ohne Kaiserschnitt

Über "Maschgiach" und "Heschscharim": Warum eine Molkerei im Wienerwald zweimal wöchentlich koscher produziert

Bericht: Joseph Gepp

Wäre nicht das Knattern der Maschinen am Hof der Aschauers, Laab im Walde wäre an diesem Wintervormittag völlig still und menschenleer. Nebelverhangene Hausreihen, ein Gemeindeamt, ein Post-Partner, "Überholverbot gilt nicht für Traktoren". Laab im Walde liegt keine fünf Kilometer von Wiens Stadtgrenze entfernt, und trotzdem: Hier ist schon allertiefstes Niederösterreich.

Martin Aschauer, 43, ist früh aufgestanden, heute ist Koscher-Tag, wie jeden Montag und Donnerstag. Viertel vor fünf klopft Boris Samechov, der Maschgiach, an die Tür. Maschgiach bedeutet Koscher-Aufseher, und als solcher überwacht Samechov, 31, eigentlich Lehrer, die Produktion. Der Zentralasiate schaut den Bauern beim Melken über die Schultern, er begleitet den Tankwagen zur Verarbeitungshalle, er prüft, ob Pasteurisierungsanlage und Joghurtwanne ordentlich ausgekocht wurden, bevor Koscheres in ihnen produziert wird. Samechov öffnet eine Schublade und zieht einen Bogen mit dem Ziel all dieser Mühen heraus: Heschscharim, kleine runde Pickerln mit hebräischen Buchstaben. Das sind Koscher-Gütesiegel. Am Ende des Tages kommen sie auf die Milchpackungen. Und erst dann kann ein orthodoxer Jude sicher sein, dass seine Milch nach den Gesetzen der jüdischen Ernährung hergestellt wurde.

Und davon gibt es viele. Für gläubige Juden sind etwa Schweinefleisch und Wassertiere ohne Flossen und Schuppen - etwa Meeresfrüchte - tabu. Von Nichtjuden gekelterter Wein gilt ebenfalls als trefe, als unrein. Tiere müssen geschächtet, also mit dem Kopf nach unten aufgehängt und ausgeblutet werden. Fleisch und Milch müssen penibel voneinander getrennt sein.

Aschauer und seine zwei Brüder in Laab haben die Koscher-Produktion vor einigen Jahren übernommen, von einer staatlichen Molkerei im niederösterreichischen Wolfpassing, die zusperrte. Seitdem kommt Samechov regelmäßig mit seinem LKW. Am Ende nimmt er die Waren gleich in die Stadt mit und verteilt sie dort an jüdische Geschäfte. Am Produktionsprozess ändert sich während seiner Anwesenheit allerdings nur wenig: Operierte Kühe etwa - zum Beispiel solche, an denen ein Kaiserschnitt vorgenommen wurde - würden für die Produktion von Koschermilch nicht herangezogen, sagt Aschauer. Und die Geräte müssen vor dem Wechsel zu koscher nach genauen Regeln ausgekocht werden.

Keinen Kilometer von der Halle entfernt, zwischen bewaldeten Hügeln, liegt der Stall der Familie Aschauer, 170 Kühe, der zweitgrößte Betrieb in Österreich. Es ist schwarz-weiß geflecktes Vieh, das dort ruhig Heu mampft. Wie Dampf steigt Atem aus ihren Nüstern. Bestens geeignet für Milchproduktion seien diese Tiere, sagt Aschauer. Ihr Fleisch allerdings eigne sich nicht besonders für ein saftiges Steak, "man kann ja nicht alles haben". Am Ende ihres Lebens, sagt er, würden die Kühe stattdessen faschiert und als Fleischlaberln zwischen zwei McDonald's-Semmelhälften landen.

Auch die mit Kaiserschnitt.


Erschienen im Falter 7/09

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Montag, 20. Oktober 2008

Am Apparat: Herr Vilimsky, wie hat es Ihnen denn in Köln gefallen?

Harald Vilimsky, Landesparteisekretär der FPÖ Wien, hat ein ereignisreiches Wochenende hinter sich. Er nahm am "Anti-Islamisierungs-Kongress" in Köln teil (siehe Seite 23). Dort trafen rund 200 rechte und rechtsradikale Kongressteilnehmer auf rund 15.000 linksgerichtete Demonstranten.

Herr Vilimsky, passt Ihre Teilnahme am Anti-Islamisierungs-Kongress in Köln eigentlich zum Ruf der FPÖ als "soziale Heimatpartei"?

Na klar passt das. Als überzeugte Europäer stehen wir ja dafür, dass die gewachsenen kulturellen Entwicklungen in Kerneuropa weiter Bestand haben. Moscheen mit Minaretten sind Triumphsymbole des Islam.

Ist ein katholischer Kirchturm dann ein Triumphsymbol des Katholizismus?

Nein, aber im Islam ist das anders. 1998 sagte der türkische Premier Erdogan: "Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme, die Gläubigen unsere Soldaten."

In Wien-Floridsdorf steht eine Moschee mit Minaretten. Ist die auch ein Triumphsymbol? Und soll man sie wieder wegreißen?

Die steht ja schon und soll bleiben. Es geht darum, dass seit einiger Zeit in Europa in konzertierter Weise der Bau von Riesenmoscheen forciert wird.

Viele Menschen scheinen diese Bedenken nicht zu teilen.Medienberichten zufolge war Ihr Kongress nicht allzu gut besucht.

Da sitzen Sie gehörig falschen Informationen auf. Ich habe erlebt, wie Demokratie und Rechtsstaat zwei Tage in Köln neutralisiert wurden. Wir nahmen an einer Pressekonferenz auf einem Boot am Rhein teil. Rundherum war die linksmilitante Szene, nicht gerade Blumenkinder. Wir waren Stunden eingekesselt. Ich habe dann den Einsatzleiter der Kölner Polizei um Beistand gebeten. Er hat mir ins Gesicht gelacht - und gesagt: "Nein." Das war unglaublich. Das alles wird ein gehöriges zwischenstaatliches Nachspiel haben.

Interview: Joseph Gepp


Erschienen im Falter 39/08

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Montag, 5. Mai 2008

Siebzig Jahre Einsamkeit

JUDENTUM 1938 mussten sie aus Österreich fliehen. 1948 mussten sie
den neuen Staat Israel aufbauen. Heute betreiben sie gemeinsam
Seniorenturnen. Ein Besuch beim Klub der Altösterreicher in Tel Aviv.
JOSEPH GEPP, Tel Aviv

Wenn Gideon Eckhaus über Sand spricht, dann hört man ihn fast
rieseln. Er hat seine Hand zur lockeren Faust geballt und reibt die
zittrigen Finger aneinander, als würde ihm der Sand durch die Finger
rinnen. "Straßen, Plätze, Gebäude. Alles, was sie hier sehen. Das war
alles nur Sand", sagt Eckhaus. Er sitzt in einem modernen Café im
ruhigen Norden Tel Avivs, auf dem Tisch eine Tasse Cappuccino und ein
Sandwich mit Roastbeef - und kein Sandkorn weit und breit. "Als ich
herkam, hat es das alles noch nicht gegeben. Wir haben es aufgebaut.
Ich habe sieben Jahre lang in einem Zelt geschlafen. Es hat mich
nicht gestört." Er sei ja immerhin mit dem Leben davongekommen, sagt
er.

Es ist viel Zeit vergangen, seit Gideon Eckhaus, 85, aus
Wien-Leopoldstadt hierherkam. Das war am 9. Jänner 1939. Er kam und
brachte tatsächlich nichts mit als sein Leben. Der Staat, in dem er
später leben sollte, existierte noch nicht einmal. Dessen tragende
Bevölkerungsgruppe war größtenteils gerade erst angekommen, schuf
erste staatliche Strukturen im Untergrund, bekämpfte Naturgewalten
und schleuste Neuzuwanderer am britischen Kolonialherrn vorbei. Die
Stadt, die er verlassen musste, verfügte zwar über Straßen, Plätze
und Gebäude - aber nicht mehr für Gideon Eckhaus: Ihm und seiner
Familie hatten die Nationalsozialisten, die zehn Monate zuvor in
Österreich einmarschiert waren, alles weggenommen. Das Geschäft des
Vaters wurde "arisiert", das Firmeneigentum requiriert, er selbst in
eine Schule in der Czerningasse im zweiten Bezirk gesteckt, wo
ausschließlich jüdische Kinder zusammengefasst waren. "Einmal kam der
Fotograf vom Stürmer. Der wollte Bilder machen von Judenkindern, wie
sie Eselsgrimassen schneiden oder Ähnliches. Unser Lehrer hat uns
schnell durch den Hintereingang nachhause geschickt." Das rechne er
dem Lehrer bis heute hoch an, sagt Eckhaus. Als Jugendlicher sah er,
wie Synagogen geplündert und orthodoxe Juden zum Tanz um brennende
Thorarollen gezwungen wurden. Dann floh er ins damalige Palästina.
Schon vor dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich hatte
er als freiwilliger Helfer bei der Wiener Dependance des
zionistischen Palästina-Amts mitgearbeitet - das kam ihm zugute, als
sein Leben von einer der raren Einreisebewilligungen für Palästina
abhing. "Ich kam in Palästina an. Hier war ich nicht wehrlos wie in
Wien. Ich hatte eine Waffe in der Hand. Ich dachte: Sollen sie
kommen. Ich werde mich zumindest verteidigen."

Fünf Kilometer weiter südlich, im geschäftigen Zentrum von Tel
Aviv, hebt Lisbeth Rosenthal ihren rechten Arm. Ganz langsam. Es
fällt nicht mehr so leicht wie früher. Dann sinkt er zurück auf die
Sessellehne, auf die sie sich stüzt. Es folgt der linke. Und wieder
der rechte. Die Gymnastiklehrerin scheint nicht allzu streng.
Rosenthal steht in einer Reihe mit 15 anderen alten Menschen, mehr
Frauen als Männern, geschätztes Durchschnittsalter etwa achtzig. Eine
Dreiviertelstunde dauert das Seniorenturnen. Darauf folgt ein
Kaffeekränzchen im Raum nebenan. Dann setzt sich Lisbeth Rosenthal
mit ihren Freundinnen an einen Tisch, sie spielen Scrabble und reden
darüber, wo sich die Kinder gerade aufhalten und wie es den Enkeln
geht. Sie grüßen mit "Shalom", aber abgesehen davon ist ihre
Umgangssprache Deutsch. Es ist eine Sprache, deren Entwicklung vor
siebzig Jahren stehengeblieben ist. Man könnte sie als bürgerlich
bezeichnen: Die Sätze enden mit einem fragenden "Nicht?" und statt
"dort" sagen sie "dort'n". Wenn sie von der Vergangenheit erzählen,
benutzen sie das Imperfekt. Und wenn ihnen etwas aus der Hand fällt
und man es aufheben will, dann sagen sie: "Bemühen Sie sich nicht."
Die Ausdrücke klingen altmodisch und die Mimik unterstreicht heftig
das Gesagte. Jakob Stiassny, 61, Chef des Klubs der
altösterreichischen Pensionisten in Tel Aviv, sagt, dass er mit den
Senioren hin und wieder Artikel aus Fachzeitschriften durchgehe. Auf
solche Art würden sie ihren Wortschatz auf den neuesten Stand
bringen. Schließlich konnte vor siebzig Jahren niemand ahnen, dass
"Handy" und "Computer" einmal Eingang in den Duden finden würden.

Stiassnys kleines Büro liegt im Hinterzimmer des Klubs. Er
gründete ihn vor fünfeinhalb Jahren. Damals waren die
österreichischen Juden alt geworden. Die Zeit hatte begonnen, in der
sie auf Unterstützung angewiesen waren. Lebensqualität im Alter hat
viel mit Erinnerung zu tun, meint Jakob Stiassny. Diese Leute hätten
eine schwierige Vergangenheit gehabt: erst die Vertreibung aus
Österreich, dann die entbehrungsreiche Pionierzeit in Israel. "Je
älter die Menschen werden, desto lebendiger wird ihr
Langzeitgedächtnis. Die gemeinsame Vergangenheit ist dann eine
wichtige Stütze." Er druckt eine Liste mit dem Programm für März 2008
aus. Neben der wöchentlichen Turnstunde steht da "Bridge für
Fortgeschrittene", "Kaffee, Kuchen und Salzgebäck", "Blutdruckmessen
und Beratung", aber auch ein Treffen mit österreichischen Schülern,
eine Gedenkveranstaltung zu 1938 und ein Vortrag über das iranische
Urananreicherungsprogramm. Der Klub finanziere sich aus
Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Geldern des österreichischen
Nationalfonds, sagt Jakob Stiassny. Er untersteht der Vereinigung der
Pensionisten Österreichs in Israel, dessen Vorsitzender, und Stimme
der vertriebenen Juden Österreichs, Gideon Eckhaus ist.

Der Pensionistenverein - vier Räume im Untergeschoß eines
schlichten gräulich-weißen Hauses, ein paar Tische, eine kleine
Bibliothek, ein Ständer mit einigen österreichischen und israelischen
Zeitschriften und ein Podium für Gymnastik und Vorträge - liegt in
der Esther-Hamalka-Straße von Tel Aviv, mitten in einer Stadt, die
mit Wien ganz und gar nichts gemein hat: Tel Aviv ist wild, quirlig,
südlich und vorwärtsgewandt. Aus den Autos, die die palmengesäumte
Strandpromenade entlangkurven, dröhnt westlicher und orientalischer
Discobeat. Die Israelis sagen, dass Haifa arbeitet, Tel Aviv feiert
und Jerusalem betet. Tel Aviv, das ist leichtbekleidetes
Beachpartyfeeling à la Ibiza, versetzt mit einem kleinen Schuss
Orient - vor dem Hintergrund eines uniformen grauen Häusermeeres aus
der Zwischen- und Nachkriegszeit. Getragene mitteleuropäische
Existenzen wie Frau Lisbeth Rosenthal würden sich hier wohl nicht
freiwillig ansiedeln.

Aber sie wurden nicht danach gefragt. Selbst ihre Sprache - für
viele Zionisten die Sprache der Unterdrückung, des Schtetls, der
Diaspora - war im jungen Israel nicht erwünscht. Ob sie sich gar
nicht schäme, kein Hebräisch zu sprechen, sei sie vor Jahrzehnten
gefragt worden, erzählt Lisbeth Rosenthal. Es sei leichter, sich zu
schämen, als Hebräisch zu lernen, habe sie geantwortet. Schon vor
mehr als einem halben Jahrhundert hätten Rosenthal und ihre beiden
Freundinnen die deutsche Muttersprache ablegen und durch das
Hebräische ersetzen sollen - auch im privaten Umfeld. Aber Frau
Rosenthal weigerte sich: "Aus dem Kibbuz warfen sie mich nach zwei
Jahren hinaus, weil ich weiter darauf bestanden habe, Deutsch zu
sprechen", erzählt sie über die Jahre nach der Ankunft. "Der Kibbutz
bestand zwar fast ausschließlich aus deutschen und österreichischen
Juden - aber sie hatten sich fest entschlossen, nur noch Hebräisch zu
sprechen." Bis heute lese sie regelmäßig eine Zeitschrift namens
Sha'ar, zu Deutsch "Das Tor", sagt Rosenthal. Sha'ar richtet sich,
seinem Namen gemäß, eigentlich an Neueinwanderer in Israel. Im
Gegensatz zu anderen Medien des Landes druckt das Heft seine
hebräischen Lettern mit kleinen Punkten und Strichen über oder unter
den Buchstaben - sie zeigen Vokale an, die normalerweise im
Hebräischen nicht geschrieben, sondern lediglich mitgedacht werden.
Aber Frau Rosenthal liest selbst siebzig Jahre nach ihrer Ankunft in
Israel noch flüssiger, wenn die Vokale bereits aus dem geschriebenen
Wort hervorgehen. Es scheint, als sei sie für immer in der
Toreinfahrt stehengeblieben. Die Landessprache spricht sie, wie alle
anderen ehemaligen Wiener Juden, nach wie vor mit deutschem Akzent:
"Im Hebräischen gibt es so viele Akzente wie Einwanderergruppen",
sagt sie. "Als ich herkam, waren viele Einwanderer aus Russland da -
also dachte ich, der russische Akzent sei eigentlich das
Hochhebräische. Damals sprachen sie sogar am Nationaltheater mit
russischem Akzent. Und genauso reden andere Einwanderer eben bis
heute mit deutschem Akzent."

Lisbeth Rosenthal erzählt, und der Kaffee in der Thermoskanne wird
langsam kalt. Ihre Erinnerungen sprudeln, sie lacht, wird kurz ernst,
lacht wieder. Sie stamme aus Wien-Alsergrund und sei im Frachtschiff
nach Palästina gekommen, sagt sie. "Auf dem Schiff habe ich zum
ersten Mal Oliven gekostet. Seitdem esse ich sie jeden Tag zum
Frühstück." Sie lacht. Nach ihrer Ankunft in Palästina habe sie
angefangen, im Kibbuz zu arbeiten, im gemeinschaftseigenen Kuhstall.
Das sei schwere Arbeit gewesen, sagt sie. "Aber es war schön. Sie
haben mich gebraucht." Sie kam alleine, denn die Mutter war in
Auschwitz gestorben und der Vater nach Shanghai geflohen, wo er noch
einige Jahre blieb. In Wien war sie, wie sie es ausdrückt, in einem
"bürgerlichen Elternhaus" aufgewachsen. "Wir hatten eine Hausgehilfin
und eine schöne Wohnung, auf der Liechtensteinstraße, direkt
vis-à-vis der Polizeidirektion. Ich kann mich noch an den März 1938
erinnern. Da habe ich durchs Fenster beobachtet, wie die Polizisten
in der Direktion die Hakenkreuzbinde umgelegt haben." Die folgenden
Monate rissen Lisbeth Rosenthal aus ihrer alten Welt, warfen sie in
eine neue, für sie völlig fremde. "Als wir im Kibbuz in den Bus
stiegen, hat der Fahrer gesagt: Wenn jemand auf uns schießt, dann
sollen wir uns auf den Boden legen. Und ich dachte mir: Der Boden ist
doch viel zu dreckig. Da leg ich mich doch nicht hin." Sie lacht
wieder.

Als sie auf ihr Verhältnis zu Wien zu sprechen kommt wird sie
ernst: Ja, sie sei seit 1945 schon dort gewesen, mehrmals sogar, sagt
sie. "Aber recht wohl fühle ich mich dort nicht." Wie sich das
äußere? Lisbeth Rosenthal sagt einen Satz, der im Lauf des Gesprächs
schon öfters fiel: "Ich weiß nicht, ob sie sich das vorstellen
können." Es sei eben merkwürdig, wenn man in der Straße, wo man die
erste Liebe kennengelernt, auch die ersten Prügel abbekommen habe.

Das ist nicht bei allen einstigen Wienern so. "Also, ich fahre
nach wie vor gerne nach Wien", unterbricht Nora Shaw, die daneben
sitzt, ihre Tischgenossin. Shaw, ebenfalls 85, hieß früher einmal
Nora Schön, aber ihr Mann, der in Großbritannien arbeitete, ließ den
Namen ändern. Und so heißt sie wie jener Dichter, dessen gesammelte
Werke auf ihrer Wohnzimmerkommode stehen. Neben Goethe und Oscar
Wilde, neben Büchern in deutscher, englischer, französischer und
hebräischer Sprache, neben einer versprengten Mozartkugel und ein
paar kleinen Souvenirs aus Paris und Barcelona. "Das hier schaut
wahrscheinlich nicht viel anders aus als in Wien", scherzt sie. Tel
Aviv, sagt sie, sei heiß, und die verrosteten Klimaanlagen, die aus
den Hausfassaden ragen, schauen aus wie Warzen. Sie sei oft in Wien
gewesen, denn ihre Schwester habe dort gelebt. Sie erzählt, wie sie
einen Weinkrampf bekommen habe, als sie vor Jahren zum ersten Mal
wieder ihr altes Stiegenhaus in der Glasergasse in Wien-Alsergrund
betrat. Denn "alle Erinnerungen kommen auf einmal wieder hoch, die
guten wie die schlechten". Es sind jedoch eher die guten, an die sie
sich jetzt erinnert, die sich offenbar eingeprägt haben: Nora Shaw
redet über den Turm im Dianabad, von dem sie sich nicht springen
traute, über den Türkenschanzpark, durch den sie so oft spazierte,
und über das Café Industrie im neunten Bezirk, wo "mein Vater immer
stundenlang gesessen und Zeitung gelesen hat".

Wenn Gideon Eckhaus über Wien spricht, dann sind es eher die
schlechten Erinnerungen, die hochkommen. Er geht härter ins Gericht
mit Österreich als die anderen einstigen Wiener. Vielleicht hängt das
damit zusammen, dass Eckhaus Monate später ging als die anderen - und
bis Anfang 1939 das äußerste Maß der Diskriminierung miterleben
musste. "Unter den Menschen, die uns damals schikaniert und
vertrieben haben, waren viele Leute, die gebildet waren, die eine
gewisse Kultur hatten. Ich verstehe das nicht", sagt er. Er beklagt
das Schweigen des Nachkriegsösterreichs, die Ignoranz gegenüber den
Überlebenden, die hauptsächlich nach Israel und in die USA emigriert
waren. "Wir hatten nichts und wir wurden nicht unterstützt. Erst der
Vranitzky hat das dann ein bisschen eingesehen." Nun seien sie alt,
etwa 5000 altösterreichische Juden habe es im Jahr 1996 noch in ganz
Israel gegeben, heute sei es vielleicht die Hälfte. "Die Leute haben
es nicht leicht gehabt", sagt Eckhaus. Viele seien weggestorben,
manche hätten sich auch umgebracht. Die Pensionistenklubs in Haifa,
in Jerusalem, in Tel Aviv sollen in dieser Situation dafür sorgen,
dass die Menschen mit ihrer Erinnerung nicht alleine bleiben. Wenn
Gideon Eckhaus nach Wien fährt, dann hauptsächlich, um dort Gräber
aufzusuchen. "Meine Mutter hatte das Pech, in Wien begraben zu
werden", sagt er. Er sei dort gewesen, vor langer Zeit, am
Zentralfriedhof, bei den - zwischenzeitlich renovierten - jüdischen
Gräbern hinter Tor Nummer vier. "Aber es war alles mit Brennnesseln
überwachsen. Ich konnte beinahe gar nichts sehen."

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