Mittwoch, 21. Januar 2009

Der Fall Aeryn Gillern: Die Grünen bringen eine parlamentarische Anfrage ein

Bericht: Joseph Gepp

Im Fall Aeryn Gillern haben Peter Pilz und Ulrike Lunacek von den Grünen ein parlamentarische Anfrage an Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) eingebracht.

Der Falter berichtete ausführlich über die Causa: Der in Wien lebende US-Amerikaner verschwand im Oktober 2007 spurlos, nachdem er nackt aus einer Wiener Schwulensauna gerannt war. Die Polizei spricht von Selbstmord durch Sprung in den Donaukanal. Die Mutter allerdings, die nicht an einen Selbstmord ihres Sohnes glauben will, wirft den Ermittlern Homophobie und schwere Schlampereien bei der Suche nach dem Vermissten vor. Kathy Gilleran, selbst pensionierte Polizistin, berichtete über widersprüchliche Aussagen der Ermittler und Verhöhnungen von Gillerns Homosexualität. "Ich habe niemals zuvor so viel Rohheit, Grobheit und Unprofessionalität erlebt", schrieb sie in einem Dossier an US-Senatorin Hillary Clinton. "Wenn ich sage, dass das Verhalten der Polizei an Sadismus grenzt, dann übertreibe ich nicht" (siehe Falter 47/08).

"In diesem Fall passt so vieles nicht zusammen", sagt Lunacek. "Wir wollen eine Untersuchung, die all diese Unklarheiten und Widersprüche zufriedenstellend aufklärt."

39 Fragen umfasst die Anfrage, die knapp vor Weihnachten eingebracht wurde. Sie beschäftigt sich mit Details der Suche nach dem Verschwundenen ebenso wie mit der angeblichen Schwulenfeindlichkeit der Beamten. So wollen die Grünen etwa wissen, ob der Donaukanal von Tauchern durchsucht wurde und ob andere Donaustaaten bezüglich eines eventuellen Leichenfunds kontaktiert worden seien. Andere Fragen betreffen die Angemessenheit des polizeilichen Verhaltens, den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe und interne Disziplinarmaßnahmen. Und auch das "Bild Österreichs in der Welt" in diesem Fall wird angesprochen.

Bis 11. Februar hat Innenministerin Fekter nun Zeit, den Abgeordneten ihre Antworten vorzulegen. "Und falls uns die zu allgemein ausfallen", sagt Lunacek, "dann werden wir in der parlamentsinternen Anfragebesprechung konkretere Antworten einfordern."

Erschienen im Falter 04/09

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Roma verstehen

Roma-Reportagen sind ja inzwischen fast ein eigenständiges journalistisches Genre, das vom mitleidsheischenden Gewäsch bis zu einigen der großartigsten Schilderungen deutschsprachiger Schreiber reicht. Jetzt hat Andreas Tröscher, Redakteur der bekanntlich sehr nüchternen APA, diesem Genre ein gar nicht seinem Arbeitgeber entsprechendes Stück hinzugefügt: "Zigeunerleben" ist bunt, vielschichtig, stellenweise fast reisetagebuchhaft. Es vereint 13 große Reportagen aus Osteuropa, und praktischerweise hatte Tröscher auch die Kamera dabei. Es ist ein Dokument der Leidenschaft, des glühenden Interesses und auch einer gewissen ratlosen Faszination, was das zeitlose Leben (und Elend) osteuropäischer Roma betrifft. Und wenn Tröscher auf klapprigen Stahlbrücken über sumpfige Flüsse in Bulgarien wankt, dann schwingt auch ein bisschen Osteuropa-Romantik mit.
Joseph Gepp

Andreas Tröscher: Zigeunerleben. Roma-Reportagen aus Osteuropa. Verlag Turia + Kant, 200 S., € 22,-


Erschienen im Falter 04/09

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STADTRAND: Unter Krähen - Mitten in der Vorstadt

Auf einer Verkehrsinsel in der Leopoldstadt lebt eine Krähe. Nein, kein plastikgefertigter Taubenschreck, sondern eine richtige Krähe, mit schwarzen Federn und gestutzten Flügeln. Die Krähe heißt Maggie (ausgespr. "Mekkie"), aber das weiß kaum jemand. Die umzäunte Insel ist Maggies Refugium, ihre Heimat. Dort hopst sie herum, nimmt freudig Keksbrocken von Passanten entgegen und zieht sich bei Schlechtwetter in eine Art Vogelhaus zurück. Die wohlmeinende Person, die das dort hingestellt hat, ist die Kellnerin eines winzigen Beisls daneben. Maggie ist ihr Haustierchen, ihr Fang, seit sie sie einmal verletzt aufgelesen hat. Und wird das Wetter draußen wirklich schlimm, dann darf Maggie sogar ins Lokal, um zwischen den vier Tischen zu hopsen. Die wenigen Gäste freut das dann. Nur Angie ("Enschie"), ein borstiger grauer Hund, ebenfalls Beislhaustier, mag die Krähe nicht. Ständig streiten die Tiere. Angie schnappt, Maggie peckt. Und immer danach ergeht sich das Kollegium der Gäste in langen Diskussionen darüber, wer jetzt schon wieder der Aggressor war.

Erschienen im Falter 04/09


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